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24.02.2007 - Wolfgang Philipps
Olympiasieger Ungarn siegt gegen Deutschland - ausverkauftes Haus in Magdeburg

Duell der Torjäger: Tibor Benedek (Ungarn/r.) verteidigt gegen den dreimaligen Torschützen Heiko Nossek.
Foto: Wolfgang Philipps

Der Olympiasieger aus Ungarn gab sich bei der Wasserball-Gala in Magdeburg vor einem ausverlauften Haus mit über 900 Zuschauern die Ehre und deutete trotz WM-Vorbereitung einmal mehr an, wer im internationalen Wasserball derzeit die Weltspitze mitbestimmt: 5:11 (1:1, 2:3, 1:4, 1:3) hieß es diesmal aus Sicht des Gastgebers: DSV-Torjäger Heiko Nossek traf in der Elbeschwimmhalle dreimal für die Deutschen, die die Partie immerhin bis zur Halbzeit offenhalten konnten – ein Hoffnungsschimmer für das WM-Turnier in Australien?


Trotz voller Kulissen und einer sehenswerten Veranstaltung gingen die Blicke beider Trainer auch in Richtung Weltmeisterschaft: Beide Teams suchten in Magdeburg noch nach einer finalen WM-Besetzung: Auf deutscher Seite fehlten im Wasser Steffen Dierolf (SSV Esslingen/verletzt) und der gar nicht angereiste Thomas Schertwitis (Sintez Kazan/krank). Ungarns Trainer Dr. Dr. Dénes Kemény wartet noch auf seine beiden spielstarken Italien-Profis Tamás Kásás und Norbert Madaras (jeweils Ligaspiele mit EuroLeague-Finalist Pro Recco), allerdings traf dieses die Ungarn immer noch weniger als Bundestrainer Hagen Stamm: „Die können auch nur sieben Spieler einsetzen“, zeigte sich der Berliner auf der Ersatzbank der Ungarn schon im Vorfeld ein wenig neidisch.
 
Die erste Halbzeit zeigte, was die deutsche Mannschaft leisten kann, wenn die eigenen Chancen genutzt werden und man gleichzeitig Ungarn nicht mit ihren Kontern und leichten Toren in Spiel kommen läßt – was angesichts des ständigen Drucks der Ungarn in Abwehr wie auch Angriff nur schwerlich möglich ist. Doch die deutsche Abwehr zeigte sich aufmerksam, und DSV-Schlußmann Alexander Tchigir, bester Torhüter beim WM-Turnier 2005 in Montreal, knüpfte an seine starke Vorstellung vor Wochenfrist beim Fünf-Länder-Turnier in Cluj-Napoca (Rumänien) an. Heute abend brachte Moritz Oeler die Deutschen nach einem direkt verwandelten Freiwurf in der zehnten Spielminute sogar mit 2:1 in Führung, die mit einem 3:4-Rückstand in die heute 15minütge Halbzeitpause gingen.
 
Nach dem Seitenwechsel demonstrierten die Ungarn dann aber, wie schnell man beim Duell gegen den Olympiasieger auch ins Hintertreffen geraten kann. Hier streuten die Ungarn nicht nur zwei vergleichsweise leichte Treffer, sondern auch zwei, drei ausgesprochen spektakuläre Tore ein wie etwa einen Querpaß, der von dem gut zehn Meter entfernt außerhalb des Fünfmeterraums in scheinbar ungefährlicher Position liegenden Linkshänder Gergely Kiss direkt verwandelt wurde: Auf diese Spielzüge haben die Ungarn zwar kein Monopol, doch für eine solche Aktion muß man neben beträchtlichem Können eben auch einiges an Selbstvertrauen mitbringen.   
    
Die Deutschen schafften es heute abend immerhin, Ungarns wieder in das Team zurückgekehrten zweifachen Olympiatorschützenkönig Tibor Benedek torlos zu halten, doch dafür sprang mit Dániel Varga ein Spieler ein Spieler als dreifacher Torschütze ein, der erst nach den Olympischen Spielen in Athen ins das Team aufrücken konnte. Varga war erst vor Wochenfrist in Cluj-Napoca zum besten Turnierspieler gekürt worden. Trotz Benedeks „Nuller“ standen am Ende immer noch immer sieben verschiedene Torschützen auf ungarischer Seite zu Buche, so daß es am Ende im 132. Duell gegen den Rekordgegner die 88. Niederlage der DSV-Auswahl gab.
 
 

Länderspiel der Männer in Magdeburg (Elbeschwimmhalle)
 
Deutschland – Ungarn 5:11 (1:1, 2:3, 1:4, 1:3)
 
Deuschland: Tchigir (1. – 24.), Kong (25. – 32.) – Naroska, Schroedter, Savic, Schlotterbeck, Politze, Nossek 3, Kreuzmann 1, Müller, Kieloch, Mackeben, Oeler 1, Purschke.
Trainer: Hagen Stamm.
Ungarn: V. Nagy - Dániel Varga 3, C. Kiss 1, Dr. Á. Steinmetz 1, Hosnyánszky, Szívós 2, Dr. G. Kiss 2, Benedek, Fodor, Dénes Varga 1, Kis, Dr. Molnár, Baksa, Gór-Nagy 1, Harai.   
Trainer: Dr. Dénes Kemény


Persönliche Fehler: 7/8
Überzahl: 2/8 und 2/6 plus ein vergebener Strafwurf
 
Schiedsrichter: Attila Nemeth (HUN)/Jürgen Hausche (GER)
 
Zuschauer: 900 (ausverkauft)

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