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| Saison 2009-2010 | Spieltag 4 | 26.03.2007, 11:40 Uhr |
 | Deutschland |
- |
USA |  |
| 6:3 (4:2, 1:0, 1:0, 0:1)
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Melbourne Sports and Aquatic Centre Schiedsrichter: Henk W. Smit, Mario Brguljan Beobachter: Monica Brochero Zuschauer: 500 |
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26.03.2007 - Wolfgang Philipps |
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„Überirdischer” Tchigir schließt US-Boys aus – Deutschland zurück unter den besten Acht |
 Die Berliner Mauer: Alexander Tchigir brachte die US-Angreifer zur Verzweifelung. Foto: Wolfgang Philipps |
Eine Trotzreaktion des Teams und ein „überirdischer” Alexander Tchigir haben Deutschlands Männer beim WM-Turnier in Melbourne (Australien) im Medaillenrennen gehalten: Die Sieben von Bundestrainer Hagen Stamm (Berlin) besiegte in den Überkreuzpartien des „halbierten“ Achtelfinales die USA in einer spektakulären Vorstellung mit 6:3 (4:2, 1:0, 1:0, 0:1) Toren und stehen damit erstmals seit 1991 wieder unter den besten Acht einer Weltmeisterschaft. Deutschland trifft jetzt am Mittwoch im Viertelfinale von 13 Uhr MESZ an auf Olympiasieger Ungarn.
Die Spannung war vor dem ersten Anschwimmen im Freiwasserbecken des Melbourne Sports and Aquatic Centre greifbar, und die US-Amerikaner hofften nach ihren guten Vorrundenleistungen erst recht auf ein Topresultat: DSV-Center Thomas Schwertwitis nutzte bereits nach 18 Sekunden einen Doppler zur Führung, auch der zwischenzeitliche 1:1-Ausgleich durch sein US-Pendant Ryan Bailey hinterließ keinen bleibenden Eindruck. Deutschland zog auf 4:1 davon und ging mit einer 4:2-Führung in die erste Pause. Es sah gut aus, doch die Steigerung sollte noch kommen: Die Deutschen vernagelten das Tor regelrecht, und der DSV-Schlußmann fischte einen Ball nach dem anderen Weg: „Alexander Tchigir war überirdisch", geizte Hagen Stamm nicht mit Lob. Der Berliner hatte wie schon 2005 beim 5:3-Erfolg in dem wenig ansehnlichen Plazierungsspiel in Montreal (Kanada) eine taktische Umstellung vorgenommen und aus der Startformation Spielführer Steffen Dierolf für Marko Savic „geopfert“, um US-Torjäger Tony Azevedo an die Kette zu legen: Dieses nahm bereits einiges an Druck vom deutschen Tor, und den Rest fischte dann Alexander Tchigir weg: Neun Würfe, kein Treffer vermeldete die offizielle Statistik, selbst den Strafwurf beim Stande von 6:2 für Deutschland fischte der Berliner weg (26.). Für Tchigir verzeichnete die Bilanz eine grade gigantische Bilanz von 16 Paraden bei 19 Torwürfen, und man konnte an dieser Stelle erahnen Die DSV-Auswahl ließ sich auch nicht von der Härte der US-Amerikaner aus der Fassung bringen. Savic mußte zwischenzeitlich nach einem Foul mit einem Stich an der Augenbraue von DSV-Arzt Dr. Roland Freund genäht werden, sprang danach wieder ins Becken, um sich weiter Tony Azevedo zu widmen. Daß das Spiel in den Schlußminuten weitgehend verflachte, lag zum einen an der Pressdeckung der Amerikaner, aber auch der Vorsicht der Deutschen, die am Ende angesichts einer 6:2-Führung immer weniger Risiken eingingen. Erst 93 Sekunden vor Ende gelang Layne Beaubien der dritte USA-Treffer. Riesenkomplimente – jetzt gegen Olympiasieger Ungarn „Ich muß meinem Team ein riesiges Kompliment machen. Nach dem schwachen Spiel gegen Italien haben die Jungs große Moral gezeigt“, sagte Stamm. Mitentscheidend für den deutschen Erfolg war neben der Abwehrarbeit ebenso, daß auch einmal andere Akteure für Torerfolge sorgten: Heute waren neben Heiko Nossek und Thomas Schertwitis auch Andreas Schlotterbeck (2), Florian Naroska und Lukasz Kieloch erfolgreich und ermöglichten den Deutschen jene entscheidende Führung, die in der bisher torärmsten WM-Partie zum 6:3-Erfolg reichte. Der Erfolg hatte angesichts der eher müden deutschen WM-Bilanz sogar historische Tiefe. Deutschland steht damit erstmals seit dem fünften Platz des Jahres 1991 (der damals eher als Mißerfolg empfunden wurde) wieder unter den besten Acht einer Weltmeisterschaft und darf jetzt vielleicht auch sogar noch ein bißchen mehr hoffen. Auch Hagen Stamm kann jetzt als Trainer im vierten Anlauf endlich einmal ein außerordentliches WM-Resultat zu verzeichnen, und die Deutschen sind im WM-Turnier weiterhin voll im Rennen.
Daß es in der nächsten Partie nach der Vorrundenniederlage gegen Italien nun am Mittwoch nun ausgerechnet gegen Olympiasieger Ungarn geht, ist aus deutscher Sicht zwar alles andere als glücklich, allerdings gaben sich die Deutschen angriffslustig: „Das ist die einzige Mannschaft, gegen die wir noch nie gewonnen haben. Wir haben also noch eine Rechnung offen", sagte Alexander Tchigir, „wenn wir alle über uns hinaus wachsen - ich eingeschlossen - ist alles möglich." Die Deutschen haben weder etwas verlieren noch zu verschenken, und ihnen winkt jetzt nach dem fünften Platz bei den Olympischen Spielen 2004 ein weiteres „großes“ Resultat.
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