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Déjà-vu ohne Fünf

Duplizität der Ereignisse: Deutschlands Männer hatten am letzten Spieltag der FINA Weltliga in Skopje wie schon vor Jahresfrist an gleicher Stelle denkbar knapp gegen Gastgeber Mazedonien das Nachsehen, und auch diesmal stand die 12:13 (4:1, 2:3, 1:2, 2:3/3:4)-Niederlage gegen den EM-Elften erst nach einem Fünfmeterwerfen fest. Die in der mazedonischen Hauptstadt kurzfristig mit fünffachem Ersatz angetretene DSV-Auswahl hatte damit schon zum zweiten Mal in der laufenden Spielzeit von der Strafwurflinie das Nachsehen, allerdings hatte der zweite Platz in der Vorrundengruppe B hinter Kroatien schon vor dem Spielbeginn festgestanden.

Das aus DSV-Sicht ohnehin nicht mit Priorität „eins“ eingeschätzte Spiel brachte bereits beim Anschwimmen weitere personelle Ungunst: Auf deutscher Seite fehlte nach dem Verzicht auf die EM-Teilnehmer Alexander Tchigir, Marc Politze, Julian Real und Andreas Schlotterbeck im Vorfeld dann vor Ort krankheitsbedingt mit Verdacht auf Lungenentzündung auch noch Marko Stamm, so daß das Team von Bundestrainer Hagen Stamm (Berlin) mit lediglich mit zwölf Akteuren antreten konnte. Mittlerweile befindet sich Stamm junior aber wieder auf dem Weg der Besserung.
 
Elf Monate nach der 12:14-Niederlage im Fünfmeterwerfen an gleicher Stelle beim damaligen Weltligaagschluß schien aber dennoch eine Revanche greifbar nahe: Anfangs sah es vor lediglich 100 Zuschauern sogar nach einem entspannten Abend für die DSV-Wasserballer aus, da das Wasserball-Team Deutschland schnell mit 4:0 in Führung lag. Die Mazedonier konnten sich aber herankämpfen und erzielten 20 Sekunden vor Spielende den 9:9-Ausgleich. In dem in der Weltliga dann laut Reglement fälligen Fünfmeterwerfen zeigten sowohl Roger Kong auf deutscher Seite als auch der mazedonische Keeper starke Paraden - schlußendlich mit dem glücklicheren Ende für die Spieler vom Balkan. Auf deutscher Seite trafen lediglich Moritz Oeler, Tim Wollthan und Tobias Kreuzmann.
 
Bundestrainer Hagen Stamm war nach Spielende nicht zufrieden: „Nach dem 4:1 hat die Konzentration gefehlt, und wir haben zu viele Fehler gemacht. Vielleicht war es ein Warnschuß zur richtigen Zeit“, sagte Stamm unter Hinweis auf die am 1. April in Edmonton (Kanada) startende Olympiaqualifikation. Erfolgreichster Werfer des deutschen Teams war mit Tobias Kreuzmann (Duisburg) der dienstälteste Spieler des heutigen Aufgebots mit vier Treffern, der auch dreimal im laufenden Spiel getroffen hatte. Daneben waren Paul Schüler, Dennis Eidner (je 2), Erik Bukowski und Moritz Oeler erfolgreich.
 
Für die Gruppenplatzierung hatte der Spielausgang keine Bedeutung; das Wasserball-Team Deutschlang belegt mit fünf Punkten Rang zwei in der Abschlußtabelle hinter dem bereits zuvor feststehenden Gruppensieger Kroatien. Kurios: Deutschland hat damit in der Weltliga seit April vergangenen Jahres auch das dritte Auswärtsspiel in Folge im Fünfmeterwerfen verloren – eine für deutsche Ballsportarten eine ungewöhnliche Negativbilanz. Letzteres ist nicht undedingt ein glückliches Omen, da beim Olympiaqualifikationsturnier das London-Ticket anders als 2008 in jedem Fall in einem reinen KO-Spiel vergeben werden wird – Fünfmeterwerfen nicht ausgeschlossen. 

 
 

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