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Peter Rusoran verstorben

(Quelle: Spandau 04) „The gentleman from Hungary“, so lautet die Überschrift der Kurzbiographie Peter Rusorans auf der Internetseite „waterpololegends". Sechseinhalb Jahre, von 1991 bis 1997 war der Ungar Trainer der Wasserfreunde Spandau 04 und setzte die Erfolgsgeschichte fort, die unter der Führung des Kroaten Alfred Balen 1979 begann und von Uwe Gaßmann fortgesetzt worden war, ehe beide viel zu früh aus dem Leben gerissen wurden (1986 und 1991). Vor wenigen Tagen erreichte Rusorans Ex-Verein, zu dem es noch immer eine gute Verbindung gab, die Nachricht, dass Peter Rusoran am 14. Februar einer Krebserkrankung erlegen und im Alter von 71 Jahren in seiner Heimat verstorben ist.


Rusoran war ein echter Hochkaräter des Wasserballs, sowohl als Spieler als auch als Trainer, und der deutsche Rekordmeister schwärmt noch heute über den Ungarn.  Mit acht Jahren begann der am 11. April 1940 in Budapest geborene Rusoran im Verein Opera Faklya mit Schwimmen und Wasserball, wechselte dann 1952 zu Meteor Vörös und 1961 zu Auto Csepel. Ab 1969 war er für Vasas Budapest aktiv, holte 1971 den ungarischen Pokalsieg. 103-mal spielte der nur 1,70 m große, 70 Kilo leichte Rusoran zwischen 1959 und 1968 für das Nationalteam der Magyaren und brillierte dort als gefährlicher Torschütze. 1960 in Rom wurde er mit den Ungarn Olympiadritter, 1964 in Tokio Olympiasieger. Sein Goldbeitrag war beträchtlich, denn Rusoran war bester Goalgetter seines Teams. 1972 beendete er seine Spielerkarriere und wurde Trainer. 
 
Rusoran lebte Wasserball; nicht im oder am Becken zu sein, konnte er sich nur schwer vorstellen. Von seinen 26241 Lebenstagen, die eine Kurzbiographie im Worldwide Web errechnet hat, hatten nicht allzu viele nichts mit „seiner“ Sportart zu tun. Er führte Vasas Budapest zu sieben Meisterschaften und drei Europapokal-Siegen (Meister 1980 und 1985, Pokalsieger 1986), trainierte Ungarns Nationalteam von 1983 (Vizeweltmeister) bis 1985. Der mögliche Olympiasieg als Trainer blieb ihm auf Grund des Olympiaboykotts der Spiele in Los Angeles durch eine Reihe der „sozialistischen“ Länder versagt.  Weitere Stationen Peter Rusorans waren der Iran (Auswahlmanager) und der Budapester Verein SC Tungsram schließlich Griechenland (Ethnikos Piräus). Anschließend folgten die Jahre in Berlin bei den Wasserfreunden Spandau 04. Anschließend zog es ihn in die Schweiz (1998/99 Meister mit dem SC Horgen, 2009 ein zweites Gastspiel bei Frosch Ägeri).

Zuhause war Rusoran in Paloznak, einem kleinen Dorf im Bakony-Gebirge, das nördlich des bekannten Plattensees (Balaton) liegt. 2010 wurde Rusoran in Würdigung seiner sportlic en Erfolge und seines Lebenswerkes Ehrenbürger. Rusorans Name stand auch als Trainer für Erfolg. Nach Vasas Budapest sind dafür die Wasserfreunde Spandau 04 der nachhaltigste Beleg. Der Ungarn holte mit den Berlinern sechs Meisterschaften und sechs Pokalsiege, erreichte im Meister-Cup zweimal das Halbfinale und in der Champions League das Viertelfinale – Resultate, über die man sich heute freuen würde. Als Rusoran mit dem Jahreswechsel 1996/97 die deutsche Hauptstadt – in erster Linie aus finanziellen Gründen - verließ, sagte er: Ich habe mit Spandau alles erreicht, was zu erreichen war. Und ich werde den Verein auch weiter lieben.“
 
Zum Abschluss soll hier Rusoran selbst aus einem Interview zitiert werden mit einer Aussage, die charakteristisch für ihn ist und die Spandau 04 als Kondolenz und im stillen Gedenken wiedergibt: „Wasserball ist und bleibt meine große Leidenschaft. Mein ganzes Leben habe ich dem Wasserballsport verschrieben. Grundsätzlich bin ich ein sehr bescheidener Mensch. Es gefällt mir mit jungen Leuten zusammen zu arbeiten, ich möchte ihnen helfen, besser zu werden. (…) Ich versuche, meinen Teil dazu beizutragen, indem ich die Trainings möglichst abwechslungsreich und attraktiv gestalte. Es soll Spaß machen, aber auch fordernd und intensiv sein.“

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