Hektik, reichliche Tore und Diskussionen sowie gleich fünf Strafen mit nachfolgenden Spielsperren brachte in der Deutschen Wasserball-Liga (DWL) der Männer das B-Gruppen-Duell zwischen dem Tabellensechsten Duisburger SV 98 und der viertplazierten SG Neukölln. Die Gäste stiegen in der verlustreichen Partie am Ende mit einem 17:11 (3:3, 5:4, 4:2, 5:2)-Erfolg aus dem Wasser sind damit dem neuralgischen vierten Platz ein großes Stück näher gekommen. Bei den Gästen hatten am Ende Christopher Dangschat und Sascha Pacyna jeweils sechs Treffer auf ihrem Konto, Duisburgs Raul Diakon war viermal erfolgreich.Die von Beginn an aktionsreiche Partie brachte schon im ersten Viertel (3:3) sechs Treffer, und die Betreuer haderten sogar noch mit der Chancenauswertung. Bereits im zweiten Spielviertel kassierten dann aber mit Tom Graue (Duisburg) und Daniel Taege (Neukölln) zwei Akteure simultan einen Wasserverweis „mit Ersatz" und wurden au fdie Zuschauertribüne verbannt. Im gleichen Abstand gab es zudem mit dem 6:5 durch Lars Standke (13.) die letzte Duisburger Führung an diesem Abend. Noch vor dem Seitenwechsel folgten allerdings drei Berliner Treffer in Folge, und die SG Neukölln ging mit einem 8:7-Vorsprung in die Halbzeitpause.
Auch im dritten Abschnitt gab es reichlich Tore, wobei die Gäste letztlich die entscheidenden Aktionen setzen. So sorgte Philipp Kotowski kurz vor der letzten Pause mit seinem Treffer zum 12:8 für die erste Vier-Tore-Führung der Gäste, ehe nach einem letzen Verschnaufen dann endgültig Hektik die Oberhand bekam. 90 nach Wiederbeginn war dann für Lokalmatador Lars Standke nach einer Tätlichkeit das Spiel zu Ende bei nachfolgender vierminütiger Überzahl der Gäste. Vor Wochenfrist hatte es auf Berliner Seite dessen Bruder Jens unter ähnlichen Umständen ebenfalls mit einer Sperre für die heutige Partie erwischt.
45 Sekunden später reklamierten die Duisburger in der nun vollends hektischen Partie eine Aktion des Neuköllner Balazs Takacs ebenfalls als Tätlichkeit, doch für den Gästeakteur blieb es bei einem Wasserweis „mit Ersatz“, so daß der Überzahlvorteil der Berliner 20 Sekunden später mit dem Wiedereintritt des Ergänzungsspielers wiederhergestellt wurde. Stattdessen war für den sichtbar erregten 98-Trainer Carsten Jocks das Spiel nach einer Roten Karte vorbei. Sein Team hielt sich der Unterzahl bei nur drei Gegentreffern zwar recht ordentlich, doch Neukölln führte bei der Wiederherstellung des numerischen Gleichstands nach vier Minuten mit 16:10.
Duisburgs Trainer sah das Szenario nach dem hektischen Spielende zumindest etwas nüchterner: „Die Entscheidung bezüglich der Tätlichkeit gegen Lars Standke war nachvollziehbar, aber eine ähnliche Situation ein paar Minuten später muß auch die gleiche Entscheidung nach sich ziehen“, sagte Jocks. „Für meinen emotionalen Ausbruch kann ich mich - insbesondere - bei den Fans und der Mannschaft nur entschuldigen. Wenn ich Disziplin von der Mannschaft und jedem einzelnen Spieler verlange, darf mir sowas eigentlich nicht passieren. Allerdings wird sich die Mannschaftskasse freuen.“
Duisburger SV 98 - SG Neukölln 11:17 (3:3, 4:5, 2:4, 2:5)
Duisburg: Constantin (1. - 16.), Rosshoff (16. – 32.) - Wies, Leszek 1, Janzen, Gehlen, Diakon 4, Grade, Graue, Werner 1, Jürgens 4, Standke 1, Dammann.
Trainer: Jocks.
Neukölln: Fölsch - Apostel, Schmiedel 1, Taege, Takacs 2, Grotzky, Kirsch, Dangschat 6, Sascha Pacyna 6, Staedtler, Ziaja, Oestreich 1, Kotowski 1.
Trainer: Taege.
Persönliche Fehler: 10/12
Wasserverweis mit Ersatz: Tom Graue (Duisburg), Daniel Taege und Balazs Takacs (beide Neukölln)
Ausschluß Brutalität: Lars Standke (Duisburg).
Rote Karte: Carsten Jocks (Trainer Duisburg)
„Spieler des Tages“: Sascha Pacyna (Neukölln)
Foto: Spielende für 98-Trainer Carsten Jocks nach einer Rote Karte. Foto: www.dsv98.de