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„Die Weichen für die Zukunft sind gestellt“

Am vergangenen Samstag haben sich die Vertreter der Landesverbände und der Fachsparte Wasserball des DSV in Düsseldorf zusammengesetzt, um über das aktuelle Spielsystem in der Deutschen Wasserball-Liga und die Nationalmannschaften zu diskutieren. Dabei hat der DSV-Fachausschuss laut eigener Aussage ein Ausrufezeichen für die Neuorientierung des Wasserballs in Deutschland und die Förderung der Nationalmannschaft gesetzt. Im Zentrum stand dabei, den Sport auf eine breitere Basis zu stellen und den Leistungssport zu intensivieren. „Die Veränderungen erfolgen aus Sicht des Wettbewerbs, der Vereine und der Athleten. Jedes Spiel muss eine Bedeutung für den Ausgang der Saison haben. Dank der Beschlüsse am Wochenende haben wir einen wichtigen Schritt gemacht. Die Weichen für die Zukunft sind gestellt, sagt der Fachspartenvorsitzende, Rainer Hoppe, der sich mit dem Ausgang der Sitzung insgesamt sehr zufrieden zeigte. 

Eines der Kernziele ist es, durch Neuerungen vor allem jüngere Spieler stärker zu fördern und ihre Ausbildung langfristig zu verbessern. Aus diesem Grund werden die DWL-Vereine der Herren künftig regional kooperieren. Sogenannte „Farmteams“ als Nationale Ausbildungszentren werden an den wichtigsten Standorten in Deutschland mit den Top-Mannschaften der Region zusammenarbeiten. Bei den Frauen sollen zudem Chemnitz und Krefeld als Ausbildungszentren etabliert werden. Außerdem werden Kaderspieler der Altersklassen U23 die Möglichkeit erhalten, ein Doppelstadtrecht zu beantragen. Sie haben so die Chance, viel Spielerfahrung durch den Einsatz für „Farmteams“ zu sammeln und zugleich mit starken Spielern in den besten Mannschaften Deutschland zu trainieren. Die fähigen, talentierten sowie willigen Spieler sollen die Möglichkeit erhalten, sich intensiv auf den verschiedensten Levels auszuprobieren.  Sie haben dann die Chance, als Mitglied eines Topteams und als Führungsspieler Erfahrungen zu sammeln“, erklärt Hoppe. 

Aber auch das Spielsystem in Deutschland bleibt nicht so, wie es aktuell ist. Die neue Struktur dient der Aufwertung der Hauptrunde und Verschärfung des Wettbewerbs. Weiterhin werden jeweils acht Teams in der A- und B-Gruppe gegeneinander antreten. Anders als bisher haben die beiden Letztplatzierten der Gruppen zukünftig nicht mehr die Chance, in ihrer Liga zu bleiben. Sie werden sofort in die B-Gruppe beziehungsweise die zweite Liga absteigen. Zugleich ist es aber auch so, dass der Erste der B-Gruppe seinen Platz im Oberhaus der DWL bereits nach der Hauptrunde sicher hat und nicht mehr in den Pre-PlayOffs um den Aufstieg kämpfen muss. Lediglich der Vorletzte der A-Gruppe und der Zweitplatzierte der B-Gruppe werden in der kommenden Saison noch gegeneinander um den Ab- beziehungsweise Aufstieg spielen. Platz 3 bis 6 der A-Gruppe werden parallel zu diesen Spielen bereits die Viertelfinales gegeneinander austragen. Der Erst- und Zweitplatzierte der A-Gruppe werden diesen Weg nicht mehr gehen müssen: Sie sind ab der kommenden Saison durch ihre Leistung in der Hauptrunde direkt für das Halbfinale qualifiziert. Eine letzte Änderung gibt es außerdem noch für die B-Gruppe. Der Vorletzte nach der Hauptrunde wird die Chance bekommen, sich gegen die Aufstiegskandidaten der zweiten Ligen zu beweisen, und wird beim Aufstiegsturnier mit um einen Platz in der B-Gruppe antreten. 

Anders als in dieser Saison soll zudem der Pokal-Wettbewerb in den Sommermonaten stattfinden. „Das macht unseren Sport viel attraktiver. In der fußballfreien Zeit können die Spiele so viele Zuschauer in die Freibäder locken. Der Pokal soll ein Event sein, dass auch zur Gewinnung neuer Talente genutzt werden kann“, so der ehemalige Nationalspieler Hoppe. Auch der Supercup soll demnächst in Turnierform ausgetragen werden. Die vier besten Teams der Männer treten zu Beginn der Saison gegeneinander um den ersten Saisontitel an. Bei den Frauen werden sich zudem in einem direkten Finale der Pokalsieger und der Meister gegenüberstehen. 

Nicht nur das System, auch die Regeln wurden teilweise angepasst. In Anlehnung an die Regelung der LEN wird ein Ausschluss mit Ersatz - umgangssprachlich eine Rolle - nicht mehr automatisch zu einer Sperre im nächsten Spiel führen. Darüber hinaus hat der Ausschuss einstimmig beschlossen, dass zur Förderung der Nationalmannschaft weniger ausländische Spieler in den einzelnen Spielern eingesetzt werden dürfen. In Abstimmung mit Fina und LEN und unter Betrachtung der rechtlichen Rahmenbedingungen wird derzeit ein Vorschlag erarbeitet. 

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